Der Corona-Effekt: Diese Trends der Krise könnten bleiben

Plötzlich war nichts mehr, wie zuvor. Homeoffice statt Kaffeepause im Büro, leere Regele beim Toilettenpapier und für Wochen waren Restaurants, Kneipen, Hotels und Schulen geschlossen. Die Corona-Pandemie hat das Leben der Bundesbürger nachhaltig verändert.

Mit der Pandemie erfuhr der Alltag eine grundlegende Veränderung. Der sogenannte Corona-Effekt brachte Trends nach Deutschland, die zuvor nicht in Betracht gezogen wurden oder stets als unmöglich galten. Wie viel von den Veränderungen werden bleiben? Ein Ausblick in die Zukunft.

Ungebremste Digitalisierung

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, wie wichtig eine digitalisierte Gesellschaft ist. Fast alle Alternativen zu geschlossenen Geschäften und Veranstaltungen können auf dem digitalen Weg erlebt werden. Schon vor der Krise gab es die Technologie-Trends für das Jahr 2020. Sie haben durch den Virus an Zuspruch gewonnen.

Für die meisten Deutschen ist das Arbeiten im Homeoffice die vermutlich deutlichste Veränderung im Alltag. Wer nicht zwingend am Arbeitsplatz sein muss, kann seiner beruflichen Tätigkeit vom heimischen Schreibtisch aus nachgehen. Schon kurz nach Ausbreitung des Virus in Deutschland hat die Politik ein Recht auf Homeoffice gefordert. Ein Viertel der Arbeitnehmer arbeitet im Homeoffice.

Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten schätzt der Großteil die Freiheit, von Daheim zu arbeiten. Für ein perfektes Homeoffice ist eine stabile Internetverbindung ebenso erforderlich wie das technische Equipment. Sehr wahrscheinlich werden mehr und mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Laptop, kabellosen Bluetooth-Kopfhörern und Headset und der passenden Software ausstatten.

Fortschritt ist anders

Welche Folgen eine schlechte digitale Infrastruktur für die Leistungsfähig eines Staates hat, wurde am Beispiel der Bildung deutlich. Alle Schulen waren geschlossen, die Kinder blieben zu Hause. Die Kommunikation zwischen Schulen und Schüler gestaltete sich schwierig. Hauptursache dafür ist die schlechte digitale Ausstattung der Schulen. Nur die wenigsten Bildungseinrichtungen verfügen über Laptops oder Tablets. Viele Lehrer haben nicht einmal eine berufliche E-Mail-Adresse und nutzen zur Kommunikation ihre private Mail.

Ein Corona-Effekt kann der nachhaltige Aufbau einer digitalen Infrastruktur deutscher Schulen sein. Gleiches gilt übrigens auch für die Hochschulen im Land. Auch sie stecken noch in den digitalen Kinderschuhen. Sowohl die Ausstattung als auch die Erfahrung der Dozenten mit Videokonferenzen wird von so manchen Studenten als steinzeitlich empfunden.

Einzelhandel droht das Sterben

Bereits ohne das Virus hat der deutsche Einzelhandel erheblich unter der Konkurrenz aus dem Internet zu leiden. Die Krise hat zu einer deutlichen Zunahme von Bestellungen geführt. Für die Paketdienste in Deutschland bedeutet das eine stärkere Auftragslage bei einer ohnehin schon angespannten Lage.
Ein langfristiger Corona-Effekt wird die Paketbranche treffen. Will sie auch in Zukunft bestehen, muss sie sich wandeln. Das heutige System ist bereits an seinen Grenzen, während der Umsatz und die Zahl der aufgegebenen Pakete weiter steigt. Bereits heute haben der Paketdienstleister Hermes, DPD und weitere Unternehmen Kooperationen geschlossen. Gut möglich, das schon bald die Zustellung an der Haustür kostenpflichtig wird und dann irgendwann entfällt.

Für den Einzelhandel sind das keine guten Aussichten. Experten rechnen mit zahlreichen Geschäftsschließungen und Insolvenzen als Effekt der Krise. In Zukunft muss sich der stationäre Handel mehr auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Sie liegen in der Qualität der Beratung, der schnellen Erreichbarkeit und dem persönlichen Kontakt. Darauf möchten die Menschen auch während der Corona-Krise nicht verzichten.

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